von Jananorm » Fr Jul 30, 2010 12:38 pm
Das muss echt schwer für den Arzt sein. Ich sehe das jetzt ein. Es betrifft ja nicht nur die Impfungen. Eigentlich sollte der Arzt alle Möglichkeiten dem Patienten aufzeigen und zu Risiken, Auswirkungen usw. beraten oder zumindest auf alles hinweisen, um dann gemeinsam die beste Möglichkeit zu finden oder noch besser, der Patient entscheidet, was für ihn das beste ist (was sicher schwer ist, weil er medizinisches Wissen nicht hat - ABER es ist doch sein Körper). Leider wollen die meisten gar nicht selbst entscheiden, sondern einem anderen die Verantwortung aufdrücken. Muss dann der Arzt machen - ist ja schließlich der Fachmann. Dann kennt der Arzt oft gar nicht wirklich alle Möglichkeiten oder die jeweiligen Auswirkungen und kann so nur eine bedingt gute Vorlage liefern. Hierfür gibt es auch wieder verschiedene Ursachen, wie z.B. mangelndes Interesse, ungenügender Informationszugang, fehlende Zeit, um sich überall genau einzuarbeiten, oder schlicht Resignation (und dadurch wieder mangelndes Interesse), weil die meisten Patienten selbst wirklich gar kein Interesse daran haben. Das Problem soll nur schnell abgestellt werden. Selbst etwas dafür zu tun, kommt ihnen nicht in den Sinn - "hat der Doktor nicht gesagt ... ich soll nur diese oder jene Pillen nehmen". Und wenn es nicht funktioniert - "sch... Arzt, der kann nix, ich such mir einen neuen - ich hab da von einem gehört, der soll ganz gut sein..."
Und dann kann sich der Arzt auch einfach mal nur irren - ja leider, er ist ja auch nur ein Mensch - und vielleicht deswegen, weil ihm der Patient keine gute Vorlage mit allen Details geliefert hat.
Und wenn man mal als Patient anders ist, gerät man leider an die (aus welchen Gründen auch immer) desinteressierten und kassiert dann Antworten wie (wie ich gestern): "Das werden Sie schon mal mir als Arzt überlassen oder haben sie eine medizinische Ausbildung! Wenn Sie das nächste Mal etwas im Internet lesen, dann machen Sie den Rechner lieber aus und gehen zum Arzt, man hat sonst schnell irgendwelche Krankheiten, weil man darüber gelesen hat." Und dann geben sich viele damit ab und werden selbstverständlich beim nächsten Mal nicht ihrem Arzt unautorisierter Weise irgendetwas erzählen wollen.
Vielleicht sollte sich Ärzte noch ein Merkmal an die Eingangstür notieren: "Hört zu" oder "Hört nicht zu" - dann weiß der Patient gleich woran er ist. Und die "Hört nicht zu"-Ärzte werden trotzdem ganz sicher nicht arbeitslos, denn es gibt viele Patienten, die wollen es nicht anders. Dann braucht sich auch der Arzt aber nicht mit den nervigen Fragepatienten herum ärgern.