CFS - Extrem komplexes Thema

CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Chris » Fr Okt 02, 2009 2:13 pm

Hallo Betroffene,
es gibt einige recht gute Parameter, die die Diagnose vorantreiben können und das sind nach meiner Erfahrung erniedrigte Cortisolwerte im Tagesprofil (Speichel als Medium ist wichtig) und erniedrigtes Serotonin, (-> Neurostress Profil) sowie TNF-Alpha Erhöhungen. Darum herum ranken sich verschiedenste weitere Befunde, u.a. von Fall zu Fall : EBV, Mitochondriopathien und Stoffwechselstörungen u.v.m.

Lieben Gruß

Thorsten
Chris
 
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CFS - gestörter Leberstoffwechsel? / MS

Ungelesener Beitragvon Jananorm » Mi Mär 23, 2011 2:35 pm

Hallo!
Vielleicht ist das ja etwas Brauchbares zum Puzzle:
Im Buch "4 Blutgruppen" von Dr. Peter J. D'Adamo und Catherine Whitney (6.Aufl., Piper Verlag GmbH, München. 2002) steht auf S. 287-288, dass CFS möglicherweise keine Autoimmunerkrankung ist sondern vielmehr ein Leberleiden. D'Adamo schreibt, auch wenn CFS in Gestalt eines Virus oder einer Autoimmunerkrankung auftritt, ist die Ursache wahrscheinlich ein gestörter Leberstoffwechsel. Die Leber sei unfähig, chemische Stoffe zu entgiften.Seiner Meinung nach kann diese Art von Leberproblemen sowohl die immunologischen Effekte als auch die charakteristischen Auswirkungen in anderen Organsystemen wie im Verdauungstrakt und im muskuloskelettalen Apperat erlären.
Als Beispiel einer Behandlung schreibt er, dass er insbesondere CFS-Patienten mit der Blutgruppe 0 sehr gute Erfolge erzielen, wenn Sie die 0-Typ-Diät mit Süßholz und Kalium ergänzen. Süßholz habe positive Auswirkung auf die Leber. Die Gallengänge, wo die Entgiftung stattfindet, arbeiten effizienter und bieten mehr Schutz vor chemischen Schädigungen. Diese Vorentlastung der Leber habe offenbar einen positiven Einflussauf den Adrenalin- und Blutzuckerspiegel, wodurch die Energie und das allgemeine Wohlbefinden steigen. Er weist aber darauf hin, dass Süßholz ausschließlich unter ärztlicher Anleitung eingenommen werden soll.

Zu MS schreibt er auf S. 289, dass dies mit großer Häufigkeit bei Personen der Blutgruppe B auftreten. Angeblich sind einige Wissenschaftler der Ansicht, dass MS von einem in der Jugend erworbenen Virus mit B-ähnlichem Aussehen ausgelöst wird. Das Virus kann vom Immunsystem des B-Typs nicht bekämpft werden , weil es keine Antikörper Anti-B erzeugt. Nachdem das Virus einmal in den Organismus gelangt ist, kann sich die Krankheit mitunter jahrzehntelang ohne Symptome ausbreiten. Der AB-Typ ist ebenfalls anfällig dafür, weil auch er keine B-Antikörper bilden kann. Blutgruppen A und O hingegen sollen relativ immun sein.

Jut, vielleicht ist da ja für den ein oder anderen interessant und zu beobachten.
Jananorm
 

Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Chris » Mi Mär 23, 2011 3:06 pm

Mhmm, verstehe da einiges nicht so ganz.
Angeblich sind einige Wissenschaftler der Ansicht, dass MS von einem in der Jugend erworbenen Virus mit B-ähnlichem Aussehen ausgelöst wird. Das Virus kann vom Immunsystem des B-Typs nicht bekämpft werden , weil es keine Antikörper Anti-B erzeugt. Nachdem das Virus einmal in den Organismus gelangt ist, kann sich die Krankheit mitunter jahrzehntelang ohne Symptome ausbreiten.

Soll das B = Bornavirus sein? Dann könnte es passen.
Schlechte Entgifter sind die Chroniker so ziemlich alle. Da die unterschiedlichen Blutgruppenträger zu unterschiedlichen Krankheiten neigen, liest man ja öfters.
Allerdings ist das lt. den beiden Autoren ziemlich einfach gestrickt meiner Meinung nach.
Gerade CFS wurde in den letzten Jahren zumindest im Ausland, USA etc. sehr viel und sehr genau erforscht. Das heißt, man weiß inzwischen, was die Leute alles an Erreger beherbigen - und dass sind ziemlich viele und werden immer mehr. Nur welcher Erreger jetzt ursachlich zuständig ist, weiß man nicht so genau. Aber dass da noch ein bisschen mehr mitspielt als ein Leberleiden, das denke ich schon.
Chris
 
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Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Jananorm » Mi Mär 23, 2011 7:59 pm

Nein, "B" steht für die Blutgruppe B. Und bei dem Virus handelt es sich um eines, dass - ich weiß nicht, wie ich es erklären soll - der Blutgruppe B ähnlich ist, also den Merkmalen. Und deshalb kann das Immunsystem nicht dagegen vorgehen.

Grundsätzlich halte ich "Ernährung" für äußerst wichtig. Jede Substanz, die der Körper nicht oder nur schlecht oder aufwändig verarbeiten kann, stellt eine Belastung dar. Belastungen führen zu Stress und Stress behindert oder hemmt sogar das Immunsystem. In dem Sinne kann vielleicht eine Blutgruppendiät (falls es wirklich funktioniert) eine Unterstützung leisten, damit der Körper sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren kann und eben nicht mit suboptimaler Nahrung belastet wird. Man kann es ja einfach für eine gewisse Zeit ausprobieren und merkt dann selbst, ob es was bringt. Es ist ja keine Diät im herkömlichen Sinne sondern aus allen Sparten der Ernährung kann man was essen, man sollte eben nur die für seine Blutgruppe ungünstigen Sachen einfach meiden. Bei mir ist z.B. Tomate ganz ungünstig - und tatsächlich, wenn ich es mal genau beobachte, gibt es immer Reaktionen in irgendeiner Form darauf. Ich bin aber kein Allergiker!

War ja nur 'ne Anregung.
Jananorm
 

Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Jananorm » Fr Apr 05, 2013 9:29 am

Hier hat sich eine Praxis sehr viel Mühe mit dem Thema gegeben:
http://www.praxis-bueckendorf.de/front_content.php?idcat=72
Jananorm
 

Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Chris » Fr Apr 05, 2013 10:07 am

Danke Jana! Hervorragend guter Link - dürfte auch die EBVler betreffen!
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Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Sven » So Mär 01, 2015 7:49 am

Wissenschaftler aus den USA finden CFS Marker....

Immunabwehr schuld am Chronischen Erschöpfungssyndrom?

Forscher finden eindeutige Belege für immunologische Fehlfunktion

Die rätselhaften Symptome des Chronischen Erschöpfungssyndroms haben eine klare biologische Ursache: Offenbar steckt eine Fehlfunktion des Immunsystems dahinter. US-Forscher haben bei Betroffenen erstmals anormal erhöhte Werte bestimmter Immunbotenstoffe nachgewiesen. Das liefert auch Hinweise auf die Ursache der mysteriösen Krankheit: Eine übersteuerte Reaktion auf eine Infektion könnte dahinter stecken, wie die Forscher im Fachmagazin "Science Advances" berichten.

Das Chronische Erschöpfungssysndrom ist mehr als einfach nur Schlappheit

Patienten mit dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) leiden nicht nur unter den Symptomen ihrer Krankheit – darunter Muskelschmerzen und anhaltende Erschöpfungsanfälle. Sie müssen auch mit dem Stigma leben, ihre Krankheit sei bloß psychologisch bedingt oder gar eingebildet. Der Grund dafür sind die oft unspezifischen Symptome und auch körperliche Marker fehlten lange. Vor kurzem jedoch gab es einen ersten Fortschritt, als Forscher charakteristische Anomalien im Gehirn von CFS-Patienten nachwiesen.

Immun-Botenstoffe erhöht

Jetzt haben Mady Hornig von der Columbia University in New York und ihre Kollegen erstmals auch eindeutige Veränderungen im Immunsystem der Betroffenen entdeckt. Für ihre Studie hatten sie die Konzentrationen von 51 verschiedenen Biomarkern des Immunsystems im Blutplasma von 298 CFS-Patienten und 348 gesunden Kontrollpersonen analysiert und verglichen.

Dabei fanden die Forscher tatsächlich auffallende Veränderungen: Patienten, die erst seit kurzer Zeit unter dem Chronischen Erschöpfungssyndrom litten, hatten erhöhte Werte bestimmter Cytokine, darunter vor allem von Interferon Gamma. Dieser Botenstoff aktiviert normalerweise bei einer Infektion die körpereigenen Fresszellen und wird auch von T-Killerzellen freigesetzt.

Fehlsteuerung nach Infektion?

Aus früheren Studien ist bekannt, dass dieses Interferon auch nach Virusinfektionen, beispielsweise mit dem Epstein-Barr-Virus, erhöht sein kann und dann verstärkt Erschöpfung auslöst. "Das Interferon Gamma kann den Abbau von Tryptophan beschleunigen und damit auch einen Mangel der Neurotransmitter Serotonin und Melatonin im Zentralnervensystem auslösen", erklären Hornig und ihre Kollegen.

Nach Ansicht der Forscher wirft dies auch ein neues Licht auf die bisher noch immer ungeklärte Ursache des Chronischen Erschöpfungssyndroms: Möglicherweise sind die Patienten Opfer einer fehlgesteuerten Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Statt nach erfolgreicher Abwehr wieder herunterzufahren, bleibt das System dauerhaft aktiv - wie ein Auto, das in einem hohen Gang steckenbleibt, so der Vergleich der Wissenschaftler. Welche Viren diese Fehlreaktion auslösen, ist allerdings bisher unbekannt.

Bessere Diagnose und Hoffnung auf Therapien

"Diese Studie liefert uns endlich den so lange gesuchten eindeutigen Beleg dafür, dass eine immunologische Fehlfunktion hinter CFS steckt", sagt Seniorautor W. Ian Lipkin von der Columbia University. "Und diagnostische Marker haben wir nun auch." Die erhöhten Cytokinwerte treten bei CFS-Patienten allerdings nur bis etwa drei Jahre nach Beginn der Erkrankung auf, wie die Forscher berichten. Danach ist die Abwehr von der dauernden Überaktivität offenbar erschöpft und die Werte brechen zusammen.

"Wir haben nun Belege, die bestätigen, was Millionen von Betroffenen bereits wissen: CFS ist nicht psychologisch", betont Hornig. Die jetzt identifizierte Immunsignatur repräsentiert einen eindeutigen Beweis für eine biologisch-medizinische Erkrankung und hilft gleichzeitig dabei, Früh- und Spätstadien zu unterscheiden. Das könnte es künftig leichter machen, das Chronische Erschöpfungssyndrom zu diagnostizieren und neue Therapien zu entwickeln.

(Quelle scinexx.de vom 27.2.2015)

und hier noch der US Link

http://www.microbediscovery.org/blog/20 ... l-illness/
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Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Chris » So Mär 01, 2015 5:42 pm

Nach Ansicht der Forscher wirft dies auch ein neues Licht auf die bisher noch immer ungeklärte Ursache des Chronischen Erschöpfungssyndroms: Möglicherweise sind die Patienten Opfer einer fehlgesteuerten Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion. Statt nach erfolgreicher Abwehr wieder herunterzufahren, bleibt das System dauerhaft aktiv - wie ein Auto, das in einem hohen Gang steckenbleibt, so der Vergleich der Wissenschaftler. Welche Viren diese Fehlreaktion auslösen, ist allerdings bisher unbekannt.


Das ist bei anderen Wissenschaftlern durchaus bekannt und beschrieben - es wird bei denen eindeutig dem EBV zugeordnet:
Grundlegendes Verständnis einer EBV-Erkrankung:
Vorab: Was wir spüren, sind IMMER die Immunreaktionen, nie die Viren selbst. D.h., je heftiger die Symptome, desto heftiger auch die Immunreaktionen, also eigentlich ist dies positiv. Wenn sich allerdings der EBV chronifiziert, laufen auch die Immunabläufe chronisch ab, da immer neue Viren nachkommen. Dies kann auf unterschiedlichem Niveau passieren, von "vor sich hindümpeln" bis "ständig heftig", wenn der Körper gegen das Virus rebelliert und wie blöde Antikörper produziert, die Immunabläufe aber nicht bis zum Ende bringen kann.

Die Hauptursache dafür liegt darin, dass EBV einen Eiweißstoff produziert, der dem Interleukin 10 (einem Zytokin, d.h. Botenstoff des Immunsystems) ähnlich ist. Interleukin 10 gehört zu den blockierenden, antiinflammatorischen (gegen Entzündungen) Zytokinen, das jeweils eher im späteren Teil einer "Immunkaskade" zum "Einsatz" kommt und dabei hilft, dass das Immunsystem nicht ins Uferlose "Amok" läuft, indem es die T-Zellen-Bildung hemmt (TH1) und damit kein Interferon Gamma mehr produziert wird. Interferon Gamma ist aber notwendig, um die Fresszellen (Makrophagen) zu aktivieren, die die Viren letztlich „auffressen“. Dadurch täuscht EBV das Immunsystem, indem es meint, es „habe schon fertig“. Vereinfacht (so einfach ist es natürlich nicht): Je mehr Interleukin 10, umso weniger EFFEKTIVE Immunaktivität. Diese Zusammenhänge wurden von Baumforth 1999 ausführlich beschrieben. EBV sichert sich damit nicht nur die Aufenthaltsgenehmigung für sich selbst im Körper, sondern blockiert damit auch die Ausheilung anderer Krankheiten.

Die EBVler spüren das in diesen immer wieder ablaufenden, quälenden Wellen, in denen das Immunsystem immer wieder Anläufe nimmt, die Krankheit und andere aber nie zu einem Ende bringt, sondern vorher praktisch "abbricht". Viele fühlen sich "grippig" dabei, aber so, als wenn die Grippe nicht richtig ausbricht und im nächsten Moment oder am nächsten Tag ist alles wieder vorbei. Der Körper merkt dies und fängt wieder von vorn an. D.h. aber, er kann noch so viele Antikörper produzieren, dies bringt nichts. Die teilweise so irrsinnig hohen IgG-Spiegel bei uns resultieren auch daraus! Es sind viele Antikörper im Spiel, aber das IS arbeitet nicht effektiv!
Steht auf der Hauptpage, aber ich habe leider nicht die Quelle dazu geschrieben, woher ich das habe! :roll:
Bei anderen aktuellen Studien wird das nicht nur dem EBV, sondern auch anderen Erregern zugeordnet, siehe dazu http://shg-bergstrasse.de/pdf/autoimmunity.pdf
Problem ist, diese ganzen Immunfehlfunktionen wieder wegzubekommen - und da denke ich muß man zuerst die Infektionserreger wegschaffen, die die Immunfehlfunktionen immer wieder ankurbeln und das ist wohl das große Problem, denn da muß die Schulmedizin wohl kapitulieren, denn mit den herkömmlichen Tests bekommt man viele Erreger noch nicht mal erfaßt.
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Re: CFS - Extrem komplexes Thema

Ungelesener Beitragvon Chris » Sa Jul 23, 2016 2:58 pm

Ich stelle gerade fest, dass dieses Thema hier - obwohl CFS immer weiter sich greift - eingeschlagen ist.
Die aktuellen Erkenntnisse findet ihr unter http://www.bzk-online.de/informationen/ ... s-seid-me/
Darüber kann gerne weiter diskutiert werden!
LG
Chris
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