Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Tach zusammen!!!

Beitragvon Jule » Sa Jul 17, 2010 9:06 am

Ich nutze mal die Gelegenheit und stelle uns vor:
Wir, das sind meine 17-jährige, mittlerweile in Vorruhestand gehende Westfalendame alias "das liebste Pferd der Welt", meine 5-jährige Hannoveranerstute alias unsere "Kribbelmücke" und ich, die zunehmend verzweifelter werdende, Möhren- und Äpfelzubereitende Servicekraft.
Zu diesem Forum gelangten wir nun, nachdem bei meiner Kribbelmücke merkwürdige und klinisch nicht erklärbare Symptome sowohl Motilität als auch Sensorik betreffend seit Herbst letzten Jahres vermehrt aufgetreten sind und ich, nach intensiver Eigenrecherche auf die Thematik Borna - Borreliose - Herpes aufmerksam geworden, meinen TA überzeugen bzw. zwingen konnte, von weiteren Röntgenuntersuchungen etc. Abstand zu nehmen und zunächst eine dearartige Blutuntersuchung durchzuführen. Für den TA überraschend, für mich eigentlich weniger, wurde dann ein positiver Borna-Titer (1:160) ermittelt. Lt. TA, von dem ich eigentlich sehr viel halte, der aber bei diesem Thema leider "versagt" - möchte man fast behaupten - eine ungewöhnliche und unbehandelbare Erkrankung, bei der man nur die Blutwerte im Auge behalten könne. Was diese Aussage betrifft, ist hier im Forum etc. ja sehr viel nützlicheres Wissen vorhanden.

Meine alte Stute wäre übrigens 4-jährig, also vor nunmehr 13 Jahren, beinahe an einer damals als Herpesinfektion diagnostizierten Hirnhautentzündung mit schwerer Hinterhandataxie gestorben und wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir damals die Kurve gekriegt haben. Nachdem ich mich nun mit dem Thema Borna etwas intensiver auseinandergesetzt habe, überlege ich ja schon, ob damals (1996) nicht eine Fehldiagnose gestellt wurde und tatsächlich bei der alten Dame ein schwerer Verlauf der BK vorlag. Naja, hierüber Aufschluss geben kann nur ein weiterer Bornatest. Bislang habe ich nur die junge Stute - eben mit o.a. Ergebnis - testen lassen.

Da ich trotz aller Recherche noch immer ratlos ob der weiteren Vorgehensweise bin, habe ich mich schließlich entschlossen, diesem Forum beizutreten. Meine Fragen werde ich mal gleich an entsprechender Forumsstelle posten;-) Ich freue mich auf viele kompetente Tipps und Einschätzungen.
Jule
 
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Re: Tach zusammen!!!

Beitragvon Chris » Sa Jul 17, 2010 1:36 pm

Willkommen bei uns im Forum, Jule.
Du bist hier richtig :D - hier kann deinem Pferd geholfen werden ;)
Wir haben hier viele Bornapferde, die erfolgreich behandelt wurden, obwohl sie teils mittelgradig bis hoch positiv waren, mein eigener gehört dazu, sein Nachbarkumpel auch.
Meiner ist inzwischen seit Jahren völlig negativ und topfit!
Leider gibt es noch immer viel zu viele TÄ und Therapeuten, die speziell bei Borna noch 50 Jahre zurück sind in ihrem Wissen, aber oft können sie nichts dafür, weil sie den Standard von früher lernen auf der Uni.
Wenn sie nicht gerade an der FU Berlin bei Prof. Ludwig ausgebildet wurden, wurden ihnen auch nur die alten Kamellen beigebracht - und fortbilden tun sich leider nicht alle und wenn die Prof. es ihnen so beigebracht hat, naja dann glauben sie es wohl auch selbst. Es sieht so aus, als wenn das Virus sich verändert hat mit den Jahren. Früher zur Zeit des 1. Weltkrieges starben 90 %, heute können wir 90 % erfolgreich behandeln. Todesfälle sind die Ausnahme.
Besonders schlecht informiert sind leider die TÄ, die auf einer Uni im nordhessischen Raum ausgebildet wurden, sie bekommen es so beigebracht, wie du es gerade schreibst :evil:
Wäre schön, wenn du deinen TÄ da ein bisschen helfen könntest mit dem Wissen aus diesem Forum und der Hauptpage :mrgreen:
Er kann auch gerne Prof. Ludwig direkt kontaktieren, ist ein netter Mensch ;)
Das fängt schon an beim richtigen Bornatest: Den Werten nach zu urteilen hat dein TA einen veralteteten Antikörpertest genommen.
Ein Antkörpertest besagt nur, dass das Pferd sich in seinem Leben mit den Viren auseinandergesetzt hat. Ob sein Immunssystem damit klar kommt, ob die Viren gerade akut sind, das kann man nur mit unserem neuen Test bei Diamedis testen, siehe dazu die entsprechenden Threads. Dieser Test findet Antigene des Virus und mit dem CIC den augenblicklichen Immunstatus.
Aber egal, Borna ist leichter zu behandeln als z.B. Borreliose.
Da dieses hier nur der Vorstellungsthread ist, warte ich auf deinen ausführlichen Bericht im Bornathread ;)
LG
Chris
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Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Jule » Sa Jul 31, 2010 9:59 am

Hallo liebes Forum,

es ist vollbracht: ich habe einmal versucht, so genau wie möglich die bisherigen Bornasymptome (oder auch nicht) bei meinem Pferd zusammenzufassen:

Allg. Daten:

5-jährige Hannoveranerstute, ca. 1,60 m Stockmaß, ca. 450-500 Kg, „Blütertyp“,

vertrauensvoll, menschenbezogen, aufgeschlossen, klug, neugierig, sehr aufgeweckt, inzwischen sehr selbstbewußt, bewegungsstark, bewegungsfreudig bis temperamentvoll,

wurde von mir im Feb. 2009 in Stade bei Hamburg gekauft und kommt von einem Züchter aus der dortigen, unmittelbaren Umgebung. Zum Kaufzeitpunkt war sie anlongiert und kannte bereits den Reiter, beim Probereiten war aber noch nicht mehr außer Schritt und Trab, ganze Bahn möglich.

Vor Kauf war sie nicht grundimmunisiert. Die Grundimmunisierung (Tetanus, Influenza und Herpes – Resequin) ließ ich im Frühjahr 2009 vornehmen. Seitdem wird sie halbjährlich mit Resequin geimpft und ca. 3x pro Jahr entwurmt. Auf Spritzen reagiert sie sehr schmerzempfindlich zumindest im Vergleich mit anderen Pferden.


Hintergrund/"Krankheitsgeschichte":

Kaufsbedingt erfolgt im Feb. 2009 der Umzug von Stade nach Oberursel.

In der neuen Umgebung war sie zunächst sehr ängstlich, eingeschüchtert, sehr schreckhaft und reagierte bisweilen hysterisch auf (un-)bekannte Geräusche (Schüsse, Donner, Vogelgezwitscher!!!!, Hundegebell!!! – Trecker, Lkw etc. sind hingegen egal), Situationen und Umgebungen. In der Reitbahn bzw. auf dem Platz reagierte sie auch schreckhaft auf Vögel bzw. deren Schatten, wenn sie über sie hinweg fliegen und auf Schmetterlinge!!!, mit Hunden an sich hat sie hingegen überhaupt keine Probleme (es sei denn sie bellen) und spielt auch gern mit ihnen.

An einen Bereich in der Reithalle konnte sie sich nie richtig gewöhnen und neigte dort stets zu schreckhaften Überreaktionen.

Im Gelände wurde sie schnell ruhig und vertrauensvoll (zunächst als Führpferd an der Hand) und setzt sich mit neuen Situationen sehr besonnen (d.h. sie bleibt stehen und guckt) auseinander. Auch hier bleiben die Geräusche von Schüssen und Vogelgezwitscher weiterhin ein Problem.

Ab April wird sie dann von mir weiter angeritten, zunächst mit großen zeitlichen Intervallen (ca. 3 Tage) zwischen den Reiteinheiten. Ab ca. Sommer fällt auf, dass sie, wenn ich den zeitlichen Abstand zwischen den Reiteinheiten verringere, mit dem linken Hinterbein weniger gut untertreten kann. Zunächst fällt nur im Schritt auf, dass sie ca . 0,5-1 Huf breit kürzer tritt. Vergrößere ich die Erholungsphasen, legt sich dieses Problem zunächst. Später fällt das auch im Trab auf. Erste Erklärungsversuche: Wachstum, noch nicht vollständige Losgelassenheit beim Reiten.

Ich lasse Sie im Juli und August 2x akkupunktieren und 1x ostheopatisch behandeln. Nach der Akkupunktur stellt sich jew. für ca. 2 Wochen eine enorme Verbesserung, was die gesamte Entwicklung des Pferdes und eben auch das Hinterhandproblem betrifft, ein, diese „verschwindet“ nach kurzer Zeit aber wieder. Bei der ostheopatischen Behandlung wurde eine Blockade im Ilio-Sakralgelenk diagnostiziert und gelöst, mit dem Ergebnis, dass das Pferd über eine Woche lang nicht mehr „geradeaus“ laufen konnte. Als es das wieder konnte, kam auch die Hinterhandproblematik zurück, diesmal waren aber teilw. beide Hinterbeine abwechselnd betroffen. Dies tritt an manchen Tagen deutlicher auf und manchmal überhaupt nicht. Ein Muster kann ich nicht erkennen. Da sie sich trotz des gelegentlichen kürzer Tretens im Schritt und Trab grundsätzlich sehr rittig und gehfreudig zeigt, lasse ich keine weiteren Untersuchungen oder Behandlungen vornehmen und hoffe weiterhin auf ein wachstumsbedingtes und somit vorrübergehendes Problem und reite sie schonend weiter.

Im Oktober/November 2009 manifestiert sich das Hinterhandproblem. Nun zeigt sie jeden Tag egal ob beim Reiten, Longieren, Laufen lassen oder Führen hauptsächlich mit dem linken Hinterbein Probleme beim Untertreten, die sich an „schlechten“ Tagen zu einer Hangbeinlahmheit steigern. Erneut lasse ich sie akkupunktieren und ostheopatisch behandeln. Zwei Wochen später läuft sie kurzfristig vollkommen beschwerdefrei, spätestens ab Mitte Dezember allerdings wieder mit Problemen. Ich reite sie nur noch sehr selten und lasse sie meistens laufen. Hierbei ist sie grundsätzlich sehr aufgedreht, rennt und bockt von alleine. Macht beim Bocken aber keinen freudigen Eindruck - wie es sonst scheint, wenn Sie vor Übermut bockt, sondern einen sehr gestressten.

Während der ganzen Zeit hat sie weiterhin Probleme mit den oben geschilderten Geräuschen, wobei sie sich inzwischen deutlich besser von mir beruhigen lässt.

Zum Jahreswechsel erfolgt auch ein Stallwechsel. Erneut ist sie in der neuen Umgebung sehr gestresst und reagiert über bei manchen Geräuschen und beim Anblick fahrender Autos (reagiert mit Steigen). Beim Reiten lässt sie sich inzwischen von mir gut beruhigen, wenn sie sich z.B. über einen Vogel erschreckt hatte, beim Longieren kommen die Stimmen von sich außerhalb von der Longierhalle befindlichen Personen als neues Problemgeräusch hinzu. Beim Reiten, Longieren, Laufen lassen etc. läuft sie mit verspannter Kruppenmuskulatur, ohne Schub aus der Hinterhand und mit ungleichmäßigem Untertritt, gern eilig.

Im Feb/März 2010 hat sie die erste Kolik, Diagnose Verstopfung. Später im März, kurz nach einer Wurmkur, die zweite Kolik, bzw. sie zeigt Koliksymptome (steht verschwitzt, mit hängendem Kopf zunächst apathisch in der Box, scharrt zwischendurch, blickt zum Bauch und hat leichtes Fieber von bis zu 38,8-39°C). Der TA kann keine Ursache feststellen und tippt wegen des Fiebers auf einen Magen-Darm Infekt. Sie ist als einziges Pferd auf einer Stallgasse mit ca. 25 Pferden betroffen.

Im Frühjahr wird sie zunächst von der Hinterhand her stabiler. Der ungleiche Untertritt ist nur noch minimal vorhanden, dafür knickt sie in der Hinterhand häufiger (2-3x pro Woche beim Reiten) im Trab oder Galopp ein und zwar immer hinten links (also die Problemseite). Das ist vorher nie passiert. Sie lässt sich insgesamt deutlich besser los und entwickelt ansatzweise Schub. Ich reite sie vorsichtig vorwärts/abwärts aber regelmäßiger mit Intervallen von 1-2 Tagen. Seit März schubbert sie sich regelmäßg die Schweifrübe, das hat sie vorher noch nie gemacht.

Im Mai ergibt sich die Gelegenheit, sie nach der Stresspunktmassage nach Jack Meagher behandeln zu lassen. Der THP entdeckt ein paar „aktive“ Stresspunkte im Hals-und Hinterhandbereich, behandelt diese und zeigt mir geeignete Massagetechniken für die betroffenen Muskeln. Seitdem massiere ich sie regelmäßig selbst mit großem Erfolg. Körperlich ist sie kaum noch wieder zu erkennen und hat deutlich an Muskelmasse zugelegt, die Muskeln fühlen sich sehr locker an und sie scheint viel Spaß an jeglicher Form von Bewegung zu haben und ist selbst in den vergangenen sehr heißen Tagen kaum zu bremsen gewesen. Allerdings neigt sie nun nicht mehr zu übertriebener Eile, sondern zeigt schwungvolle, raumgreifendere Bewegungen – außer im Schritt, hier fehlt weiterhin deutlich noch Schub aus der Hinterhand. Die paar wenigen Dressurpferdeprüfungen, die ich seitdem geritten bin, konnten wir trotzdem mit guten Platzierungen beenden.

Plötzlich, Ende Mai/Anfang Juni verschlechtert sie sich beim Longieren wieder dramatsch, zeigt motorische Probleme in der Hinterhand auf beiden Seiten beim Äpplen und läuft anschließend wieder hangbeinlahm hinten links. Gleichzeitig, also noch während des Longierens, entdecke ich ca. 5 cm vor dem Bauchnabel eine ebenfalls ca. 5 cm lange Schwellung direkt auf der "weißen Linie". Beim Abtasten zeigt die Stute Unbehagen, wird aber nicht widersetzlich. Die Schwellung fühlt sich an wie ein angespannte Sehne (zb. beim Menschen die Achillessehne) und läßt sich nicht eindrücken oder "verschieben". Im Profil sieht die Schwellung aus, als hätte man einen Finger mittig unterm Bauch unter das Fell parallel zur Wirbelsäule geschoben. Am nächsten Morgen ist die Schwellung wieder verschwunden. So etwas hat sie noch nie vorher gehabt und seitdem auch nicht wieder. Da ich fürchtete, dass es sich um eine Hernie handeln könnte, rief ich noch am selben Abend alamiert den TA an. Der untersucht sie am nächsten Tag, aber da die Schwellung schon nicht mehr nachzuweisen ist, kann er nichts Außergewöhnliches feststellen. Sie läuft ausgezeichnet an diesem Tag, von etwaigen Hinterhand- oder sonstigen Problemen keine Spur, keine 24 Std. früher dachte ich noch, ich "müsse den Schlachter kommen lassen".

Da sich niemand aus all diesen Dingen und Vorkommnissen einen Reim machen kann, stoße ich nach umfangreicher Eigenrecherche auf Symptombeschreibungen zu Bornaerkrankungen beim Pferd und stelle teilw. erstaunliche Parallelen fest. Vom TA lasse ich einen Borna/Borreliose Test durchführen. Das Laborergebnis ist dann ein positiver Borna-Titer von 1:160.

Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich von diesem Ergebnis halten soll und ob es bei der Vielzahl der unterschiedlichen "Auffälligkeiten" nicht zu einfach ist, einen Virus zu verdächtigen und möglicherweise andere Ursachen nicht weiter in Betracht ziehe und damit ggf. frühzeitige Behandlungschancen verspiele. Mich würde daher euer Erfahrungsschatz hierzu sehr interessieren insb. was die Hinterhandproblematik betrifft.

Ich freue mich schon auf eure Kommentare.
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Barbara » So Aug 01, 2010 9:04 am

Ist eigentlich irgendwem ein Zusammenhang von Borna oder anderen Viren mit Koppen bekannt?
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Jananorm » So Aug 01, 2010 9:59 am

Zum Koppen habe ich inzwischen schon sehr viele Theorien gelesen aber IMMER taucht das Wort Stress auf. Also nicht nur psychisch sondern auch physisch, wenn z.B. der Magen übersäuert ist und das Pferd versucht Abhilfe zu schaffen. Oder "Koppen wird vererbt" , oder " Koppen ist ansteckend" usw. So aus dem Bauch heraus: Eine Untersuchung wäre es mal Wert. Vielleicht gibt es hinter all diesen Ansätzen und Hirngespinnsten einen gemeinsamen Nenner.
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Jananorm » So Aug 01, 2010 10:25 am

Mich würde daher euer Erfahrungsschatz hierzu sehr interessieren insb. was die Hinterhandproblematik betrifft.


Meiner wurde auch positiv getestet und hatte immer wieder Phasen, wo er hinten "ein Bein stehen ließ" und dann immer eingeknickt ist. Beim Pullern steht er mit dem rechten Hinterbein immer auf der Zehenspitze. Allerdings habe ich gestern zum ersten Mal, seit ich mich erinnern kann, gesehen, dass er den Huf komplett am Boden gelassen hat! Gab auch mehrere Ansätze: zu lange Kniebänder, Rücken, "zu wenig Bein" beim Reiten usw. Sein rechtes Hinterbein war schon immer das schwache und weicht nach außen aus (habe ich auch immer auf die Rennbahnzeiten geschoben, wegen der einseitigen Belastung und wenigen Gymnastizierung). Er hat rechts auch eine Kreuzgalle im Sprunggelenk, die zwar bei der Untersuchung mal Wärme angezeigt hat aber beim Röntgen war nichts zu finden.

Ich hatte für ihn auch immer das Gefühl, dass er einen empfindlichen Rücken hat. Aber jetzt kann ich beim Putzen sogar mit der Wurzelbürste drüber gehen.

Gestolpert ist er auch immer sehr viel mit der Vorhand. Dachte immer es liegt daran, dass er als Rennpferd von der Bahn nur die glatten Böden kennt und daher einfach bei jeder Wurzel hängengeblieben ist. :mrgreen: Aber das waren auch immer nur Phasen, die kamen und gingen. Er hat auch schon mehrfach Vorwärtsrollen dadurch geschlagen (ich hatte auch schon das Vergnügen, life dabei zu sein). Ich hielt ihn für tollpatschig und habe mich immer gewundert, wie er so durchs Leben gekommen ist.

Es gab auch eine längere intensive Phase, wo er "Prinz Valium" war. Und dann hatte er beim Reiten im Gelände Anwandlungen, sich festzubeissen und einfach das Tempo weiter anzuziehen. Er ist nie Durchgegangen und war auch nicht panisch dabei aber er wurde regelrecht hysterisch, wenn ich zurückholen wollte oder irgendwie seine Aufmerksamkeit wieder haben wollte. Ich hab es immer auf Reste seiner Rennkarriere geschoben und auch meine mangelnden Reitfähigkeiten. Es gab aber sogar Tage, wo meine Trainerin selbst ihn kaum halten konnte und das gab mir dann wiederum zu denken. An schönen Tagen, konnte man ihn an zwei Fingern reiten (er ist nach Philippe Karl ausgebildet), man musste nur die Hinterhand schön mitnehmen. Ich wollte so oft alles hinschmeißen, weil ich so unfähig war, mein Pferd zu reiten.

Er war lange, über Jahre hinweg, so "gemütstot". Als ich kennen lernte war er der braune in der dritten Box rechts - überhaupt keine Persönlichkeit. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. So gleichgültig und uninteressiert. Er macht aber alles mit, er ist total folgsam aber oft war es ohne seine eigene Meinung. Und das ist nicht schön!

Wenn ich es mal zeitlich schaffe, werde ich den Lebenslauf mit Krankheiten und Medikamenten/Impfungen/WK mal endlich einstellen. Wird vielen eh bekannt vorkommen.
Zuletzt geändert von Jananorm am Mo Aug 02, 2010 1:20 pm, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Chris » So Aug 01, 2010 12:02 pm

Hallo Jule, dein umfassender Beitrag beschreibt ganz typisch die Situtation/Geschichte, die bestimmt 90 % aller Berichte entspricht, die in diesem Forum bisher Hilfe gesucht haben mit Verdacht auf Borna-herpes. Von den vielen diesbezüglichen Beiträgen, die wir aus dem alten Forum als pdf hier ins Archiv gerettet haben, kannst du viele ähnliche Geschichten lesen.
Diese Geschichten ähneln sich alle, Bornaausbrüche und massive andere Impfschäden nach der kombinierten Influenza-Impfung wie bei dir.
Diese typischen Probleme links mit der Hinterhand, Koliken, psychische Probleme, alles was du da beschreibst, steht auch schon lange auf der Hauptpage http://www.borna-borreliose-herpes.de, erlebt von Hunderten ja würde fast Tausenden betroffenen Pferbebesitzern vor dir. Ich hoffe, du hast dich dort schon durchgearbeitet?
ist nicht nur meine Meinung allein, dass sich all die Impf-Geschädigten mal zusammentun müßten und dagegen angehen, dazu bräuchte man aber einen RA an der Spitze.
Unser Pferdebestand ist fast 100ig durchseucht von Herpesviren, genau wie bei den Menschen auch. Frage doch mal deinen Arzt, ob er auf einen latent vorhandenen Virus draufimpfen würde? Warum gibt es wohl keine Herpesimpfungen beim Menschen gegen den HHV?
Und die o.g. Impfung ist die stärkste, am schlechtesten zu verkraften für Pferde - nur sehr gesunde Pferde stecken die dauernd weg. Wir haben sehr viele Beispiele von Pferdebesitzern, die laut tönen, kein Problem, mein Pferd verträgt die anstandslos, ja sicher, die gibt es. Aber es gibt auch die, die 20 Imfpungen vertragen und die 21. auf einmal nicht mehr oder die, die schneller umkippen.
Meiner zum Beispiel hatte eine Borna-Herpes-Mutter, er wurde mit 6 mon. mit Resequin geimpft und hat sie vom 1. Mal an nicht vertragen, immer starker Husten danach und abgeschlagen etc.
Trotzdem ist mein TA nicht auf die Idee gekommen, dass er diese Impfung nicht verträgt, das hat er erst gemerkt, als meiner mit 3 Jahren einen massiven Impfdurchbruch danach bekam.
Schon seit langem impft er mit dieser Impfung nur auf besonderem Wunsch und eigene Verantwortung.
Aber du kannst dein Pferd wieder hinbekommen, es ist aber ein langer Weg. Lass diese Impfungen weg, du brauchst fürs Turnier doch nur Influenza, aber auch die muss erstmal wegbleiben, wenn du dein Pferd wieder hinbekommen willst, Entgiftung ist angesagt, Impfausleitung, dann Erregr bekämpfen, Immunstärkung, such dir eine gute/n THP oder einen naturkundlich arbeitenden Arzt - und wälze dich mal durch die ganze Hauptpage und alle diesbezüglichen Berichte von Betroffenen.

LG
Chris
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Flower » Mo Aug 02, 2010 11:56 am

Hallo Jule,

Deine Beschreibung und die von Jananorm könnte ich mit den Namen meiner Pferde und die von anderen bestücken und als unsere Geschichte verkaufen.
Dem was Chris schreibt ist nichts mehr hinzuzufügen.

Du hast den Vorteil, dass Du unserer Erkenntnisse, die wir im Lauf von nun fast 6! Jahren zusammengetragen haben, als „Informationsladung“ durchforsten kannst.

Ich hoffe Du findest einen Therapeuten der unser Informationsmaterial nutzen mag und Euch dadurch schnell weiter helfen kann.

Die Heilung an sich nimmt allerdings auch noch Zeit in Anspruch. ;)

L.G.
Und viel Erfolg Claudia
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Re: Tach zusammen!!!

Beitragvon Jule » Mo Aug 02, 2010 12:18 pm

Hallo Chris,

danke für die erste Hilfestellung.

Mein TA empfahl mir, mich in Punkto Zweitmeinung an die veterinärmedizinische Fakultät der Uni-Gießen zu wenden. Das habe ich auch getan und hatte Gelegenheit mit einer dort im Forschungsbereich tätigen Virologin, die sich u.A. wissenschaftlich mit dem Bornavirus beim Pferd beschäftigt, zu sprechen.

Ich beschrieb ihr zunächst die "Symptome" oder zumindest die Auffälligkeiten, die ich für mögliche "Symptome" halte - eben das, was ich auch vor wenigen Tagen hier im Forum eingestellt habe - und bezog mich dabei auf teilw. sehr deutliche Parrelleln zu den Fallstudien, die von Dieckhöfer et. al. 2004 in Ihrer Studie über Bornabehandlungserfolge an im Saarland erkrankten Pferden beschrieben wurden. Ich nehme an, diese Studie ist hier im Forum auch ein Begriff. Zu meinem Erstaunen lehnte diese Dame die Ergebnisse aus dieser Studie ab, da inzwischen bekannt sei, dass die im Saarland behandelten Pferde gar nicht an Borna erkrankt gewesen seien, sondern falsche Blutergebnisse zu dieser Annahme geführt hätten. Dementsprechend würde sie in den von mir beschriebenen "Symptomen" lediglich die Pseudokolik mit leichtem Fieber als typisches Symptom werten und vermutet, dass diese Pseudokolik möglicherweise den Infektionszeitpunkt markiert habe. Was die übrigen Auffälligkeiten betrifft, gibt sie - zu Recht - zu bedenken, dass es hierfür auch andere Ursachen geben könnte.
Auf meine Frage, wie ich mich therapeutisch (Amantadin, Immunsystemstärkung, Impfen etc. ) am besten verhalten sollte, war Ihre Empfehlung sehr eindeutig. Amantadin könne nach derzeitigem Wissensstand nicht als wirkungsvolles Mittel gegen Bornaviren eingestuft werden, an dem Immunsystem sollte ich auch nicht durch Verabreichung von homöopathischen Mitteln rummanipulieren, da das Immunsystem ja auch mit der vermuteten Erstinfektion (Pseudokolik) allein fertig geworden ist, ansonsten solle ich so weiter machen, wie bisher und gelegentlich die Blutwerte im Auge behalten.

Nun ist die Verwirrung besonders groß:
1. Stimmt das, dass die Studie von Dieckhöfer et. al. wissenschaftlich nicht mehr anerkannt ist?
2. Stimmt das, dass Amantadin nach derzeitigen Wissensstand nicht als wirkungsvolles Mittel gegen Bornaviren gilt?
Wie darf ich diese Antworten insgesamt einschätzen. Grundsätzlich denke ich ja, dass sich mein TA nicht zwangsläufig mit jeder Erkrankung perfekt und bis ins letzte Detail auskennen muss, aber sollte ich das doch bei einer Virologin, die eben auf jenem Gebiet forscht, voraussetzen dürfen und ich möchte dieser sehr hilfsbereiten Dame auch unter gar keinen Umständen ihr Wissen absprechen. Das hieße für mich dann ja, es gibt innerhalb der Forschung zum Thema Bornavirus unterschiedliche Paradigmen und ich, da mir tiefgründiges Wissen zu diesem Thema fehlt, müsste mich für eine dieser beiden Paradigmen ("nicht behandelbar, deshalb so weiter wie bisher" vs. "Immunsystemstärkung, Stressreduzierung, Herabsetzung der Belastung durch Chemie") blind entscheiden.

Vielleicht, liebe Chris oder gern auch andere Forumsmitglieder, könnt ihr diese ja nun doch sehr gegensätzlichen Lehrmeinungen in ein vollständiges Bild einordnen und mir einen Rat geben, wo ich als besorgte Pferdebesitzerin stehe. Vielleicht gibt es in diesem Wissenschaftsbereich - wie in anderen ja auch - persönliche Empfindsamkeiten, die zur Befürwortung/Ablehnung bestimmter Forschungsergebnisse/Lehrmeinungen führen, ohne das hierfür haltbare Begründungen herangeführt werden.

mit besonders verwirrten Grüßen
Jule
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Re: Mögliche Bornasymptome beim Pferd

Beitragvon Jule » Mo Aug 02, 2010 12:43 pm

Hi und erst mal ein gaaanz herzliches Dankeschön für eure Beiträge :)

AT Jananorum,
ich danke dir für deine Stellungnahme und wäre sehr an der Krankheitsgeschichte deines Pferdis interessiert. Gott sei Dank stolpert meine nicht ständig. Eigentlich ist sie flink wie ein Wiesel und so trittsicher wie eine tibetanische Bergziege :lol: nur manchmal knickt sie halt in der Hinterhand ein.

AT Chris,
ich habe mich schon recht schlau hier im Forum gemacht - nur input overdosed :lol: berufstätig mit zwei Pferden, ergo wenig Zeit.
Ich hatte übrigens Kontakt zur veterinärmedizinischen Fakultät der Uni Gießen und habe das Telefongespräch in meinem Vorstellungsthread zusammenfassend eingestellt. Da sich die in diesem Gespräch gewonnenen Erkenntnisse inhaltlich komplett von den hier im Forum geltenden Erkenntnissen unterscheiden - so scheint es mir zumindest - habe ich da ganz konkrete Fragen zu und ganz konkrete Verwirrungen :roll: Vielleicht hast du Lust, dort mal reinzuschauen. Mir fehlt ganz eindeutig die Beurteilung einer Person, die nichts mit der reinen Bornaforschung zu tun hat, trotzdem auf dem Gebiet aber sehr bewandert ist.

AT Claudia,
ich hatte mich auch schon auf deine Homepage verirrt und mir bei der Gelegenheit die Krankengeschichten deiner Pferde etc. durchgelesen. Du schreibst dort irgendwo, dass deine Pferde nur noch Wurmkuren auf pflanzlicher Basis bekommen. Wie heißen die denn und bekommt man die beim "konventionell" arbeitenden TA?

Ganz liebe Grüße
Jule
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