Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Chris » Do Jun 03, 2010 12:26 pm

Weidenrinden-Extrakt lindert Rückenschmerzen ohne nennenswerte Nebenwirkungen
aus http://www.phytotherapie-komitee.de/Fra ... rinde.html

Den ältesten Beleg liefert eine Tontafel aus der Zeit rund 700 v. Chr. Sie zeigt neben anderen assyrisch-babylonischen Rezepturen auch Weidenblätter. Die vorerst jüngste Publikation stammt dagegen vom Juli 2000: Im renommierten „American Journal of Medicine“ berichtet eine Gruppe deutscher und israelischer Wissenschaftler über die Ergebnisse ihrer randomisierten, doppelblinden Studie. Die beiden Quellen kommen zur gleichen Aussage: Das pflanzliche Medikament Weidenrinde (Salicis cortex) hat eine eindeutig schmerzlindernde Wirkung.

Die analgetischen und fiebersenkenden Eigenschaften der Weidenrinde sind seit den alten Hochkulturen Indiens und Ägyptens bekannt. Bereits 1763 wurde die von den Ästen der Weide abgezogene Rinde zum ersten Mal pulverisiert und zur Behandlung von Malaria (Sumpffieber) eingesetzt. Im 19. Jahrhundert wurde zunächst der Wirkstoff Salicin in kristalliner Form isoliert, bereits wenig später konnte die Salicylsäure synthetisch hergestellt werden. 1897 glückte es dann dem deutschen Apotheker und Chemiker Felix Hoffmann, aus Salicyl- und Essigsäure die Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) herzustellen: Aspirin war geboren.

ASS und andere Salicylate, die als „nichtsteroidale Antirheumatika“ (NSAR) zusammengefasst werden, haben aber eine gemeinsame, unangenehme Eigenschaft: Viele Patienten tauschen die Schmerzen in ihren Gliedern gegen quälende Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ein. Das ist beim Naturprodukt Weidenrinde nicht der Fall. Es enthält nur die natürliche Vorstufe Salicin. Dieser Stoff passiert den Magen unverändert und wird erst in der Leber und am Ort des entzündlichen Geschehens in Salicylsäure umgewandelt. Das Risiko von Nebenwirkungen ist deshalb äußerst gering.

Das ist auch die Quintessenz der im „American Journal of Medicine“ (Vol. 109, Nr. 1, 1. July 2000, pp 9-14) publizierten Studie. Die Freiburger Allgemeinmedizinerin Prof. Dr. Sigrun Chrubasik hat zusammen mit Dr. Elon Eisenberg und weiteren Mitarbeitern der „Rappaport Faculty of Medicine“ in Haifa (Israel) 210 Patienten in ihre Studie aufgenommen, die unter Rückenschmerzen litten. Sie wurden in drei Gruppe eingeteilt. Die eine erhielt zur Behandlung Weidenrindenextrakt mit einer täglichen Dosis von 120 Milligramm Salicin, die zweite wurde mit 240 Milligramm Salicin behandelt, während die dritte Gruppe - ohne es zu wissen - lediglich ein wirkstofffreies Scheinmedikament (Placebo) einnahm. Der Erfolg der Behandlung wurde daran gemessen, wie viele Patienten in der vierten Behandlungswoche schmerzfrei geworden sind.

Die Auswertung der Ergebnisse durch einen Biometriker der Universität Heidelberg fiel eindeutig aus: Viele Patienten in der Hochdosisgruppe waren schon nach einer Woche von ihren Schmerzen befreit. Nach vier Wochen betrug der Anteil der schmerzfreien Patienten in der 240-mg-Gruppe 39 Prozent, in der Niedrigdosisgruppe 21 Prozent, in der Placebogruppe lediglich

6 Prozent. Lediglich bei einem der mit Weidenrinde behandelten Patienten trat eine allergische Reaktion auf.

Prof. Dr. Sigrun Chrubasik schloss in der Zwischenzeit eine weitere Studie mit 228 Patienten ab. Sie verglich dabei den Heileffekt der Weidenrinde mit der Wirksamkeit des zur Zeit modernsten Rheumamittels, des selektiven Cox-2-Hemmers Rofecoxib. Das Ergebnis: „Der Weidenrindenextrakt mit 240 Milligramm Salicyl pro Tag ist ebenso wirksam wie der selektive Cox-2-Hemmer, aber wesentlich preiswerter.“ Nach Ansicht der Wissenschaftlerin sollte wegend des günstigeren Nutzen-Risiko-Quotienten das Weidenrinden-Extrakt bevorzugt eingesetzt werden, bevor NSAR-Mittel oder Cox-2-Hemmer verordnet werden. Prof. Chrubasik: „Weidenrindenextrakt ist derzeit das potenteste Phytoanalgetikum, es wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern auch antioxidativ und, in geringerem Ausmaß, auch knorpelschützend.“
Ende Zitat

ich habe geraspelte Weidenrinde gekauft, 20 min mit kochendem Wasser aufgießen.
Mensch nimmt 1 Teel. und nimmt nur den Sud, schmeckt aber total bitter, eklig, da ziehe ich das doch in irgendeiner verkapselten Form vor.
Pferd bekommt 1- 2 Esslöffel und bekommt den Sud mit Rinde - und frißt es mit Hafer ohne Murren.
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Re: Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Chris » Sa Sep 11, 2010 8:26 am

Eine THP bei uns im Stall war der Meinung, Weidenrindenextrakt sei blutverdünnend und man dürfe es nicht lange geben.
Das stimmt so nicht! Ist es nämlich nicht, und es hat noch andere positive Eigenschaften:

Gegen oxidativen Stress

Der Weidenrindenextrakt ist also nicht „blutverdünnend“ wie Aspirin, dennoch wäre es möglich, dass er eine positive Wirkung auf das Herzkreislaufsystem hat. Versuche haben gezeigt, dass Weidenrindenextrakt einen erheblichen Einfluss auf den oxidativen Stress im Körper hat. Das könnte die Startreaktion der Arteriosklerose – die Oxidation von LDL - verhindern. Auszug aus http://www.phytodoc.de/heilpflanze/weide/wirkung/
und hier nochmals ein guter Bericht von http://www.uniklinik-freiburg.de/rechts ... _Phyto.pdf:
Rückenschmerzen pflanzlich lindern:
Was können Weidenrinde, Teufelskralle und Co wirklich?
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Re: Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Barbara » Di Sep 14, 2010 7:20 am

Ich erinnere mich noch dran, dass wir früher den Pferden regelmäßig Weidenzweige abgeschnitten und zu fressen gegeben haben...

Aber wie bei jeder anderen Teezubereitung würde ich auch da bei Mensch und Tier zur Vorsicht bei Langzeitgaben raten. Immer mal wieder pausieren bzw. wechseln....
Die Gerbstoffe darin können auf Dauer doch auch ordentlich magenreizend sein...
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Re: Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Benedict » Di Sep 14, 2010 10:47 am

Ganz allgemein mal ausgedrückt, wenn ich das hier alles so lese,
wer / was / wann in sein Pferd da alles so reinschüttet , weil es irgendwie passen könnte und "man" ja etwas tun muss............puuuuhhh............

Aus ganzem Herzen sage ich daher :
LEUTE , lernt TESTEN !!!!
Mit nem Tensor, ner Einhandrute , mental oder sonstwie !!!!
Erst DANN könnt ihr sicher sein, daß das ausgesuchte oder favorisierte Mittel auch mit Eurem Tier tatsächlich
in RESONANZ geht !

Und für mich (!) gesprochen bedeutet dies -auch- in der Praxis:
Selbst wenn ein Mittel laut homöop. Arzneimittelbild oder sonstigen Beschreibung z.B. bei den Bachblüten passend erscheint, teste ich grundsätzlich (!) noch abschliessend die Resonanz ab, da ich nahezu NIE wirklich weiss, was da vielleicht in der tiefe sonst noch im Busche sein kann. Auch bei anscheinend "passenden" Mittel habe ich da nämlich schon etliche Überraschungen erlebt.

In diesem Sinne
Alles Gute

B.
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Re: Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Chris » Di Sep 14, 2010 10:56 am

ja sicher, hatte ich bisher aber nie - aber du bringst mir ja bald einen mit :mrgreen:
bitte nicht vergessen!
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Re: Weidenrinden-Extrakt gegen Rückenschmerzen / Rheuma

Beitragvon Barbara » Di Sep 14, 2010 1:45 pm

Also das mit den Weidenzweigen fürs Pferd war noch nicht mal medizinisch gedacht, war ein alter Stallmeistertipp um den Tieren was zum knabbern zu geben, es sollte gut für die Verdauung sein, Appetitanregend und eine Art "Frühjahrskur"...
Wurde auch gerne angenommen. Irgendwann hatten wir nur keine Weidenbäume mehr in der Nähe und haben es dann eingestellt...
Jetzt geben wir ab und zu mal Obstbaum- und Tannenzweige...
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