Borna?

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Katrin
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Borna?

Beitrag von Katrin » Mi Jan 17, 2018 9:07 am

Hallo liebes Forum,
ich hab eine etwas längere Geschichte zu erzählen und hoffe auf eine Rat und Eure Erfahrungen.
ich besitze seit 2015 zwei ganz tolle Norikerstuten (derzeit 6 und 9 Jahre). Wir haben beide Anfang 2016 eingeritten und bisher nur im Gelände geritten. Sie haben bisher bei uns immer im Offenstall gestanden. Anfang 2017 haben wir den Stall gewechselt. Auch das war wieder ein Ofenstall mit einer kleinen Weide im Sommer und einem leider sehr kleinen Paddock im Winter. Da wir im Juni 2017 einen eigenen Hof mit richtig viel Weideland und supergroßem Offenstall gekauft haben, haben wir die nicht optimale Situation im bisherigen Stall in Kauf genommen, da wir ja wussten, dass wir irgendwann nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in unseren Stall umziehen würden. Nun haben sich die Renovierungsarbeiten aber total verzögert (wir sind immer noch nicht umgezogen). Seit September 2017 stand nun die Stute meines Mannes mehr odér weniger nur rum (ich habe sie hin und wieder ein bisschen gearbeitet, konnte aber nicht immer zwei Pferde bewegen, und ja ich weiss, dass das nicht gut war) und Ende September fiel mir dann auf, dass sie plötzlich die rechte Hinterhand auf weichem Boden eindreht und sie auch total verspannt war und Muskulatur abgebaut hatte. Dann kam die erste Kolik hinzu und innerhalb von drei Monaten die zweite und schließlich dritte Kolik an Weihnachten. Seit ca. Anfang Oktober läuft sie zudem ganz merkwürdig vorne. Sie versicht den Trachtenbereich nicht zu belasten und tritt dadurch nochmal im Fesselgelenk so komisch durch/nach. Die Koliken waren alle Krampfkoliken. Osteopathin war mehrfach da und meinte, dass die Schulter total fest wäre (da hat sie fast gar keine Muskulatur mehr), Zusammen mit dm Tierarzt haben wir folgendes an Diagnose durch: Röntgen beider Vorderhufe, Nebenbefund Hufknorpelverknöcherung, Blutbild soweit in Ordnung bis auf leichter Selenmangel. Dann meinte der TA wir sollten mal einen Borreliose-Test machen. Ergebnis: IG AK-Titer bei 1:512, der anschließende Westernblot war komplett negativ. TA meinte, dass ihm das nicht ausreichen würde, um eine Antibiotika-Therapie zu machen, zumal sie ja eh schon ein Kolikproblem hat. Er meinte aber auch, dass sie scheinbar Schmerzen hätte. Therapie daher erstmal eine Stärkung des Immunsystems mit GladiatorPlus, Selen wegen des Mangels und so ein Ergänzungsfutter mit Glukosaminen, Ingwer, MSM, um ihr ein bißchen die Schmerzen zu nehmen (ein richtiges Schmerzmittel trauten wir uns nicht ihr zu geben wegen der Koliken), und ein Mineralfutter, dass extra auf Borreliose abgestimmt ist, enthält auch wilde Karde. Ich habe Anfang Januar nochmal auf einen erneuten Borreliose-Test bestanden, diesmal bei zecklab und siehe da mehrere Spätbanden im Recommblot positiv.

Da die andere Stute vor zwei Wochen plötzlich anfing leicht zu husten, haben wir uns kurzerhand entschlossen, die Pferde nun doch schon in unseren eigenen Stall am noch nicht für die Menschen bezugsfertigen Hof umzustellen. Für die Pferde ist da alles schon fertig. Ich hatte die Hoffnung, dass durch mehr Platz zur Bewegung, das bessere Stallklima und die viele frische Luft (der Hof liegt weitab vom Trubel in völliger Alleinlage) alles zum Guten wenden würde. Die Pferde haben sich erst auch sichtlich gefreut :-) Die Borreliose-Stute geht's meiner Meinung nach von Tag zu Tag besser. Das Gangbild ist immer noch komisch, aber sie bewegt sich von sich aus wieder mehr und macht auch nicht mehr so einen schmerzhaften Eindruck. Wir werden vermutlich ab nächster Woche nun doch ein Antibiotikum geben.

Jetzt gefällt mir seit zwei drei Tagen die andere Stute überhaupt nicht. Sie ist urplötzlich extrem schreckhaft, steht stellenweise total angespannt auf dem Paddock und zuckt bei jeder Kleinigkeit zusammen. In den Offenstall will sie fast gar nicht mehr gehen, obwohl da das Heu ist. Eigentlich ist sie total verschmust und eher träge und extrem verfressen. Jetzt kommt sie nicht mehr zu mir, ist ständig auf der Hut und alles andere als entspannt. Der Husten war nach zwei Tagen im neuen ZUhause Gott sei Dank Schnee von gestern. Wenn sie auf der angrenzenden Koppel ist, dann knabbert sie relativ entspannt am Gras und ist nicht so "hysterisch". Jetzt bin ich mir total unsicher, ob der erneute Stallwechsel ihr so zusetzt und sie einfach nur total unsicher in der neuen Umgebung ist (sie find aber erst nach einer Woche mit der Ängstlichkeit an). Vorher war sie der Chef in dem kleinen Offenstall und dem kleinen Paddock. Sie konnte vom Stall aus ihr "Reich" überblicken. Jetzt muss sie aus dem Offenstall einmal um die Ecke gehen , um dann freien Blick auf den Paddock und die Koppeln zu haben. Möglicherweise haten die beiden auch nachts mal Besuch von anderem Getier (Wild), weil es da eben so einsam ist. Die beiden stehen schon seit Jahren zusammen. Es gab immer schon ein bißchen Zickenalarm, wenn's ums Futter ging. Aber jetzt hab ich es zweimal beobachtet, wie diese Stute richtig aggressiv gegen die Borreliose-Stute geworden ist und das auf der großen Koppel - alles auch nur Unsicherheit? Ich erkenne mein Pferd gerade gar nicht wieder.

Jetzt zu meinen Fragen:
Im vorherigen Stall waren die Haltungsbedingungen wie gesagt eher suboptimal, wenig Bewegung, Ammoniak im Offenstall, weil sie da immer reingemacht haben (machen sie jetzt übrigens in unserem Stall nicht mehr, sondern gehen artig raus), teilweise schlechte Heuqualität (war mir aber erst gar nicht so bewusst, weil ich mich da auf die Aussagen vom Stallbesitzer verlassen haben, dass das Heu nur so staubig ist, weil der Bauer das zu nah am Boden abgemäht hat, jetzt weiss ich, dass das vermutlich auch viele Schimmelsporen mit dabei waren; als mir das bewusst wurde, habe ich Anfang Dezember eigenhändig anderes Heu besorgt). Bei der Ursachenforschung wegen der Borreliose-Stute ist mir dann neben diesen dürftigen Haltungsbedingungen eingefallen, dass wir im Herbst zeitweilig über mehrere Wochen 'Untermieter' hatten. Und zwar sind die Ziegen vom Nachbarn immer ausgebüxt und haben den Offenstall unserer Pferde als neues Zuhause auserkoren. Ich habe zwar den Stallbesitzer mehrfach darauf angesprochen, hab mich aber auch hier wieder auf ihn verlassen, dass das nicht tragisch wäre (der gute Mann ist Pferdetrainer und jahrelang Stallbetreiber und selbst Pferdebesitzer, und ich bin noch "Neuling", zumindest was die eigene Pferdehaltung angeht). Jetzt hab ich aber die totale Panik, dass sich unsere beiden was von den Ziegen eingefangen haben könnten. Ich habe vor ein paar Wochen meinen TA ebenfalls darauf angesprochen, und gefragt, ob wir nicht besser auch einen Borna-Test machen, da meinte er aber, dass man das eh nicht so richtig nachweisen könne und wir hatten ja dann erstmal eine Erklärung für die Symptome der einen Stute, nämlich die Borreliose. Da jetzt aber die zweite Stute diese Verhaltensänderungen zeigt, mach ich mir wieder Gedanken, und würde gerne einen Borna-Test machen, weiß allerdings nicht, ob sich mein TA darauf einlässt.
Kann man den Test noch bei Diamedis machen lassen? ich habe das Labor angeschrieben, bekomme aber keine Antwort.
Hat jemand Ahnung, ob Ziegen auch Träger und damit Überträger des Virus sein können? Von Schafen weiss man es ja...


Noch zur weiteren Info: Die beiden sind NICHT Herpes-geimpft (noch nie!), ich lasse nur gegen Tetanus impfen. Wurmkuren haben sie bisher in den zwei Jahren, wo sie bei uns sind, nur pro Jahr je eine bekommen, und das nur nach vorheriger Kotprobe und wegen der Magendasseln, die zumindest die eine Stute nachweislich immer hat, da sie die Eier an den Beinen hat und es kamen auch viele Larven mit dem Kot nach der Wurmkur raus. Aus diesem Grund habe ich die Stute mit den Eiern an den Beinen (die Borreliose-Stute) auch in diesem Winter wieder entwurmt. Die andere Stute mit den Verhaltensauffälligkeiten habe ich jetzt aus Angst noch nicht entwurmt. Die hat die letzte Wurmkur daher im Dezember 2016 bekommen.

Habt Ihr Erfahrungen mit Homöopathie bei durch Borna verursachter Schreckhaftigkeit (man kann schon eher von Angst bei ihr sprechen)? Ich würde sie gerne schonmal irgendwie unterstützen... Fürs Immunsystem bekommen beide seit einiger Zeit schon das GladiatorPlus, ich füttere seit Dezember nur noch super gutes Heu (hab zwischenzeitlich einen Kurs bezüglich der Fütterung/ernährung von Pferden bei einer Tierheilpraktikerschule absolviert), sie bekommen beide ein gutes Mineralfutter.

Sollte sich der Borna-Verdacht bestätigen, ist dann auf jeden Fall eine Behandlung mit Amantadin angesagt? Habt ihr da gute Erfarungen mit gemacht?

Ich weiß, sehr lange Geschichte, viele Fragen, aber vielleicht kann mir ja jemand ein wenig die Sorgen nehmen...

Vielen lieben Dank im voraus.

Katrin

Chris
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Re: Borna?

Beitrag von Chris » Do Jan 18, 2018 3:19 pm

Hallo Katrin,
das ist wirklich eine lange Geschichte - und ich mußte heute erstmal telefonieren mit den Laboren Diamedis in Bielefeld und Dedimed in Berlin.
Also Fakt ist - das ursprüngliche Labor für Tiere für Bornavirustest Diamedis hat diesen Test zum 1.2.18 eingestellt, nimmt aber wohl jetzt schon nichts mehr an.
Ab nächste Woche startet dafür Dedimed in Berlin, die bisher die humanen Tests übernommen hatte, auch die Bornavirustests für Pferde!
Das heißt, nur für Pferde, nicht für andere Tiere - dafür haben wir dann nur noch die bioenergetischen - sprich Radionikverfahren, die meiner Meinung genauso gut sind.
Antikörpertests gibts auch noch, aber die sind nicht zu empfehlen, da zu unsicher, da sich die Bornaviren nur kurze Zeit im Blut befinden und dann eher in den Nervenbahnen und sich die Antikörper schlecht dann aufspüren lassen mit diesen AK-Tests.
Soviel erstmal dazu. Kosten pro Test bei Dedimed in Berlin 96 € plus MWST. bei den Tieren. Radioniktests kosten etwas mehr, dafür wird aber auch alles abgecheckt, alle Erreger, alle Parasiten etc.
Deine Beschreibungen vom 1. Stall ließen mich jetzt nicht gleich an Bornaviren denken, sondern aufgrund der schlechten Bedingungen dort allgemein auf ein schlechtes Immunsystem und alle möglichen anderen Erreger. Bornavirus geht ja auch meistens mit Borrelien und Herpes einher, insbesondere wenn die Pferde irgendwann mal mit Resequin geimpft wurden.
Krampfkoliken sind zwar Symptome von Bornaviren, können aber auch andere Ursachen haben, Bewegungmangel spielt eine Rolle mit und natürlich auch die Psyche wie beim Menschen auch, beim Bornavirus sogar sehr stark. Wenn die eine Stute sich dauernd vernachlässigt gefühlt hat, mag das durchaus eine Rolle spielen.
Was aber stark nach akuten Bornaviren klingt, ist die Beschreibung im 2. neuen Stall. Ziegen sind neben Schafen (Schafe noch mehr) Träger von Bornaviren. Es gibt hier im Forum Berichte, wo Bornaviren über Schafweiden übertragen wurden und auch über Heu von Schafweiden. Ich würde also raten, unbedingt einen Bornavirustest machen zu lassen, entweder bei Dedimed ab nächste Woche - in dem Fall, dass du deinem Ziegen-Nachbarn was vorweisen kannst - die Radionikbefunde werden da oftmals nicht anerkannt, obwohl ich die besser finde, insbesondere dann auch die Besendung mit Radionik.
Also für mich klingt das stark danach, dass die Behandlung sofort einsezten müßte - die Frage ist, willst du schulmedizinisch mit Tierarzt oder alternativ behandeln? Ich bin für Amantadin nur bei starken akuten Fällen als Erstbehandlung, aber immer auch danach für eine ganzheitliche Behandlung, insbesondere unbedingt Entgiftung etc.
Die 2. Frage ist dann die Behandlung, wenn die Umgebung verseucht sein sollte durch befallene Ziegen oder wer weiß, was sonst da noch vorher weidete oder drin war? Hauptwirte sind auch die Mäuse und Ratten!

LG
Chris

Benedict
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Registriert: Di Mär 09, 2010 8:05 pm

Re: Borna?

Beitrag von Benedict » Sa Jun 23, 2018 6:41 am

Hallo Katrin,
ich habe eben erst deinen Beitrag gelesen.
Meine Praxis ist seit 2009 bereits auf Bornavirus und chronische Indfektionen bei Pferden spezialisiert.
Die Analyse erfolgt über ein paar Tropfen Kapillarblut und das notwendige Mittel wird per Post versendet , sodass Du die eigentliche Behandlung bei Dir vor Ort machen kannst.
Bitte schicke mit deine Emai-Addresse an info@grovo.de dann bekommst du ein Info-Paket mit allen Unterlagen.
Oder rufe mal an, am besten auf dem Handy . Die Kontaktdaten findest Du unter https://grovo.jimdo.com/kontakt/
Liebe Grüsse
Benedict

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